Busse mit regionalem grünem Gas

Seit Dezember 2012 hat die Stadtregion Arnhem-Nijmegen die grünste Konzession im Öffentlichen Verkehr der Niederlande. Alle Busse in den 20 Orten der Region fahren seitdem mit regional produziertem Biomethan und elektrisch (die Oberleitungsbusse in und um Arnhem herum). Damit ist das Problem der Luftqualität in den Stadtzentren auf einen Schlag größtenteils gelöst.

Konzession von 10 Jahre

Die 10-jährige Konzession im Öffentlichen Verkehr mit einem Umsatz von fast 1 Milliarde Euro wurde an Conexxion vergeben, das unter dem Namen ‘Breng’ den öffentlichen Verkehr unterhält. Der Beförderer verfügt über eine Busflotte von 218 Bussen, die mit grünem Gas fahren, sowie über 45 Oberleitungsbusse, und einen Bus, der mit Wasserstoff fährt. Darüber hinaus unterhält der Beförderer die Bahnlinie Arnhem-Doetinchem.

Vollständige Kette grüner Kraftstoffe

Die Konzession im Öffentlichen Verkehr hat sich als das richtige Instrument herausgestellt, um eine vollständige Kette zu ermöglichen, von der Produktion bis hin zum Gebrauch von Biomethan. Die Müll verarbeitende Firma ARN in Nijmegen verarbeitet regionale Bioabfälle zu Biomethan, mit dem die Busse in der Region fahren. Zum ersten Mal in den Niederlanden konnte so eine vollständige Kette von „Well to Wheel“ für den Öffentlichen Verkehr in der Region organisiert werden. Die Produktionskapazität deckt momentan noch nicht vollständig die Nachfrage, aber die Region wird letztendlich selbstständig und unabhängig grüne Kraftstoffe für den Öffentlichen Verkehr produzieren können. Solange regional noch nicht ausreichend Biomethan produziert werden kann, wird der Rest abgedeckt durch Zertifikate für Biomethan, das an anderen Stellen in den Niederlanden produziert wird.

Ergebnisse

  • Die grünste Konzession des Öffentlichen Verkehrs in den Niederlanden
  • Bis zu 90% Senkung von Feinstaubemissionen und CO2 -Ausstoß
  • Der regionale Markt für Biomethan wird stimuliert.
  • Weniger Abhängigkeit vom Markt der fossilen Brennstoffe

Beweggründe

Die Beweggründe zur grünen Konzession waren eindeutig:

  • Kosten: Die ganze Konzession des Öffentlichen Verkehrs passt in das zur Verfügung stehende Gesamtbudget.
  • Qualität: Die Busse und Züge fahren immer pünktlich und bieten ausreichend Komfort.
  • Quantität: Der Fahrplan bleibt mindestens so bestehen, wie er heute ist.
  • Klimaneutral: Der CO2-Ausstoß muss massiv gesenkt werden und der Busverkehr muss weniger von externer Energieversorgung abhängig werden.

Einzigartiger Vergabeprozess

Die Stadtregion Arnhem-Nijmegen arbeitete schon drei Jahre lang zusammen mit Beförderern und anderen Akteuren an einem guten Programm von Anforderungen. Das eigens hierfür entworfene, unabhängige und transparente Rechenmodell ‘De Groene Cockpit’ (Das Grüne Cockpit) zeigte, dass eine vollständige Vergrünung der Konzession technisch möglich war und finanziell in das vorhandene Budget für den Öffentlichen Verkehr passte. Der Vorstand der Stadtregion Arnhem-Nijmegen traute sich, die erforderlichen Ausstoßreduktionen von CO2 und die Verwendung von nicht-fossilen Kraftstoffen als zusätzliche Anforderung in die Ausschreibung aufzunehmen. Damit würde der gesamte Öffentliche Verkehr auf einen Schlag zu 100% grün werden.

Professionelle Auftraggeber

Eine Vergrünung der Konzession schien in den verfügbaren Kostenrahmen zu passen. Die Frage war jedoch, ob es auch für den freien Markt eine reelle Anforderung sein könnte. Unabhängige Experten berechneten eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für den gesamten Vergabezeitraum von 10 Jahren. Die Berechnungen zeigten, dass ein Unternehmen die gewünschten Dienstleistungen mit genügend Spielraum innerhalb des verfügbaren Kostenbudgets liefern könnte. Die Stadtregion Arnhem-Nijmegen zeigte sich als professioneller Auftraggeber, da sie den freien Markt nicht allen Risiken aussetzte, sondern die Risiken gut einschätzte und ein ausreichend großes Budget zur Verfügung stellte.

Kontakt

Stadtregion Arnhem-Nijmegen
Jan Harmsen
T +31 (0)24 329 79 79
E jharmsen@destadsregio.nl
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